Antonia Maria Lampel, geboren am 28. August 1807 in Fürstenfeld, war seit 1830 an einer "Privat-Mädchenerziehungsanstalt" in Graz als Lehrerin tätig.

1841 übernahm sie die Leitung dieser Schule. Sie hatte die Vision, mit ihren Lehrerinnen eine religiöse Gemeinschaft für die Jugenderziehung zu bilden, nach der Regel des 3. Ordens des hl. Franziskus, dem sie alle schon angehörten.

Am 27. September 1842 trug sie ihren Wunsch, auch im Namen ihrer Lehrer-Kolleginnen, dem damaligen Fürstbischof Roman Sebastian Zängerle vor. Dieser kam der Bitte gerne entgegen. Im Juli 1843 bestätigte Papst Gregor XVI. die junge Gemeinschaft als "Schulschwestern vom dritten Orden des Heiligen Franziskus zu Graz".

Am 29. September 1843

... wurden in der Kapelle der Barmherzigen Schwestern, damals in der Paulustorgasse, sechs Lehrerinnen eingekleidet. Antonia Maria Lampel hieß von nun an Schwester Franziska. Am 4. Oktober 1844 feierten die Schwestern die erste Professablegung in der Franziskanerkirche. Noch im selben Monat ernannte Bischof Zängerle Sr. Franziska zur Oberin der Gemeinschaft.

Für M. Franziska war Unterricht zugleich Erziehung, und sie betrachtete den Lehrberuf und die den Schwestern anvertrauten Kinder im Licht des Glaubens. Als während der politischen Wirren das Jahres 1848 die Diözese auch den Bischof verlor, gelang es M. Franziska, den Schwestern durch ihre Festigkeit Sicherheit zu vermitteln. Doch ihre Tatkraft wurde durch Krankheit geschwächt. Die Sorgen um die wachsende Kongregation waren vielfältig, und man konnte nicht mehr allen Verpflichtungen in gewohnter Weise nachkommen.

Bei der Wahl im Oktober 1850 fiel die Entscheidung für Sr Agnes Pfund als Oberin. Ein Teil der Schwestern hatte sich eine junge, dynamischere Oberin gewünscht, während andere an M. Franziska hingen. Es gab unterschiedliche Auffassungen vom klösterlichen Leben in Verbindung mit den Erziehungs- und Unterrichtsaufgaben. So wurden unter Sr Agnes die traditionellen Klosterregeln eingeführt (Ordenstracht, Klausur, Chorgebet, ewige Profess). M. Franziska litt sehr. Schließlich entschied sie sich, die Kongregation zu verlassen, damit die von ihr gegründete Gemeinschaft bestehen bliebe. Es war kein Schritt gegen die kirchliche Rechtsordnung, denn die Zeit ihrer Gelübde war abgelaufen. Am 15. Februar 1851 ging sie zu ihrem Bruder, wo sie schon am 27. Mai 1851 zu Gott heimging. Sie wurde auf dem St. Peter Stadtfriedhof beigesetzt.

1854-55 wurde das Mutterhaus in Eggenberg unter M. Agnes Pfund erbaut. Bischof Zwerger kam um 1870 die Aufgabe zu, die Schwesterngemeinschaft zu reformieren, d.h. die alte Form sollte wieder eingeführt werden, die Gründung von M. Franziska wieder aufleben.

Es wurden laufend neue Filialen gegründet, vor allem in der Steiermark. 1881 z.B. unterrichteten an zwölf Landesschulen Schulschwestern, und der Wirkungskreis wuchs weiter.

Politische Veränderungen und die zum Teil großen räumlichen Entfernungen machten schließlich eine Aufteilung in Provinzen notwendig:

1923 wurden die Provinzen Österreich und Slowenien gegründet.

1929 entstand die Provinz Brasilien, nachdem schon 1922 die ersten Schwestern dorthin gekommen waren.

1954 entstand das Vikariat Frankreich, wo schon seit 1937 Schwestern lebten,

1960 das Vikariat Südafrika, wo seit 1939 Schwestern in der Mission waren.

1965 wurde Montenegro als Provinz gegründet, wo es schon seit 1946 Schwestern gab.

1968 wurden Frankreich und Südafrika Region.

Seit 1974 arbeiten Schwestern in der Mission an der Côte d’Ivoire.

Am 1. Dezember 1929 wurde das Institut als Kongregation päpstlichen Rechtes anerkannt und am 4. Juli 1954 zu „Kongregation der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis“ umbenannt.

gru_gruenderin
Ausschnitt einer Lithographie von Heribert Lampel

gru_zaengerle
Bischof Zängerle - Diözesanbischof zur Zeit der Gründung

bzwerger
Bischof Zwerger (Herz Jesu Kirche - Graz)

haeubchen_kl

alle_kl

Ordenstrachten seit der Gründung (von rechts nach links)



Copyright © 2015 Schulen der Grazer Schulschwestern. Alle Rechte vorbehalten.
Grazer Schulschwestern, Georgigasse 84, 8020 Graz, Tel.: 0316/583341, Email: office@schulschwestern.at